Katalonien

Eine Reise zu den „Highlights“ Kataloniens: Antike, Mittelalter und Neuzeit in einer Woche, atemraubende Großstadt Barcelona und besinnliches Innehalten vor den Werken phantastischer Künstler der Alten und Neuen Zeit.

1.Tag: Fluganreise aus verschiedenen Regionen Deutschlands


Da die Ankunftszeiten sehr unterschiedlich sind, trifft sich unsere Reisegruppe das erste Mal am Anreisetag um 20.00 Uhr im Restaurant unseres Hotels zum Abendessen. Wir sind hier nicht weit entfernt von der berühmten Casa Milà, auch „La Pedrera“ genannt. Das Hotel „Evenia Rossello“ befindet sich im Stadtteil „Eixamples“, welcher im 19. Jahrhundert geschaffen wurde. Nach einem kurzen Kennenlernen geniessen wir dann im Restaurant unseres Hotels unser erstes katalanisches Abendessen, um uns für den nächsten Tag zu stärken.

2.Tag: Panorama-Stadtrundfahrt – Modernisme und Gaudi


Nach einem umfangreichen Frühstück treffen wir an der Rezeption unseren örtlichen Reiseleiter Ingo, der uns die Stadt Barcelona zeigen wird. Uns ist ziemlich bald klar, dass wir heute ein umfangreiches Programm absolvieren werden. Wir beginnen unsere Besichtigung mit einer Stadtrundfahrt und gelangen, vorbei am „Miró Museum“, zur Placa d’Espanya. Der Brunnen dort stammt von einem Schüler Gaudis. Die ehemalige Stierkampfarena von Font y Carreras ist heute das Einkaufszentrum „Las Arenas“. Im Jahr 2010 wurde der Stierkampf vom Parlament abgeschafft, ein Beschluss der aber wieder revidiert wurde. Dies ist eines der umstrittenen Themen im heutigen Spanien. Wir lassen die Politik links liegen und fahren zum „Parc de Montjuic“ zu einem Aussichtspunkt. Von hier sehen wir über Barcelona und können sogar „Christoph Kolumbus“ auf seiner Säule stehend sehen, mit dem Finger in Richtung Meer deutend. Die Säule steht am Beginn der berühmten Flaniermeile „La Rambla“, welche sich in Nord-Süd-Richtung durch Barcelona zieht. Von „Montjuic“ fahren wir weiter in Richtung Osten, vorbei am Zoo und dem Stadtpark der Stadt. Hier halten sich am Wochenende viele Familien auf. Wir stellen fest, dass Barcelona eine sehr grüne und sehr gepflegte Stadt ist mit unendlich vielen kulturellen Angeboten. Vorbei am Olympiapark, wo innovative Wohnkonzepte verwirklicht wurden, nähern wir uns von Osten dem „Palau de la Música Catalana“, unserem ersten Hauptbesichtigungspunkt. Bei der Fahrt durch „Eixample“ fallen uns auch die an den Kreuzungen schräg an den Ecken abgeschnittenen Häuser auf. Der Architekt „Ildefons Cerda“, der bei der Planung des damals neuen Stadtteils beteiligt war, dachte dabei an die großzügige Gestalt und Belüftung der neuen Großstadt, ohne zu ahnen, dass er einen enormen Beitrag für den zügigen Straßenverkehr leistete, der ja seit dem 19.Jahrhundert um ein Vielfaches gewachsen ist. Wir verlassen unseren Bus und vor einem Bild der „Sagrada Familia“, welche wir als nächstes besuchen werden, bekommen wir von unserem Stadtführer Ingo das Konzept des Modernisme erläutert. Dann endlich stehen wir vor einer glatten Fassade. Der Musikpalast wurde von dem katalanischen Architekten „Oscar Tusquets“ modernisiert und ergänzt. Es wurde eine unterirdische Konzerthalle und eine schützende Fassade hinzugefügt, sodaß der Konzertsaal heute einer der modernsten Spielstätten Europas ist. Auch prominente Interpreten und Künstler träumen heute von einem Auftritt in dieser berühmten Stätte. Dann gehen wir in den Innenraum und vor uns öffnet sich ein Modernisme-Traum aus Fliesen, Plastiken und Mosaiken. Der von „Lluís Domènech i Montaner“ 1908 entworfene Bau hat sein originales Aussehen bewahrt. Es ist der einzige von Tageslicht erhellte Konzertsaal Europas. Eine vielfarbige umgekehrte Bleiglaskuppel lässt Licht in den Innenraum. Wir nehmen Platz und sehen einen kleinen Film in dem Künstler zu Wort kommen, welche die Akkustik und die Atmospäre dieser Spielstätte preisen. Begeisterung auf der ganzen Linie, auch bei uns.
Ist das noch steigerbar? …… es ist! Wir sind auf dem Weg zu dem Bauwerk, welches Barcelona in der ganzen Welt berühmt machte, der „Sagra Familia“ von „Antoni Gaudi“. Wir stehen vor der „Weihnachtsfassade“, die Szene aus der Bibel darstellt. Glaube, Liebe und Hoffnung werden auf den Portalen dargestellt, ebenso Szenen von Christi Geburt. Dann betreten wir die Kathedrale und sind erst einmal sprachlos. Ein Wald von Säulen zieht unsere Blicke nach oben. Das Licht fällt durch die vielen Oberlichter. Es betont die Architektur und die vielfältige Dekoration…. falsch „Gaudi dekoriert nicht!“… Egal wie man es nennt, es ist einmalig. Licht und Farben und eine unglaubliche Architektur, auch betreffend der Statik. Über dem Altar schwebt ein ungewöhnlicher Jesus Christus. Etwas benommen tritt man durch das Westportal nach draußen und ist durch die Diskrepanz erst einmal erstaunt. Etwas düster und zugleich „außerirdisch“ erscheint das Westportal, die „Passionsfassade“. Nach Gaudis Vorlagen wurde die Fassade von „Josep Maria Subirach“ von 1986 bis 2000 vollendet. Eine Fassade welche nicht unumstritten ist, auch in unserer Gruppe. Wie „Robotermenschen“ wirken die Personen auf dieser Fassade, welche das Leid und die Kreuzigung des Gottessohns darstellt. Sah Gaudi die Zukunft voraus?
Danach brauchen wir eine Pause. Auf dem Weg zu unserem Nachmittagsbesuch kehren viele von uns in einem der vielen Straßenrestaurants auf der Avinguda de Gaudi ein und stärken sich bei einem Mittagsimbiss. Auch um unsere Gehirne wieder aufnahmefähig zu machen. Die erwähnte Strasse ist die Verbindung zu dem wohl schönsten Krankenhaus Barcelonas, dem „Hospital de la Santé Creu i de Sant Pau“. Dorthin schlendern wir nach der Mittagspause.
Lluis Domèneck i Montaner begann 1902 das Stadtkrankenhaus zu entwerfen, welches aus 26 Pavillons in einem Park besteht. Sie sind im sog. Mudejar-Stil gebaut, einer Mischung aus orientalischen und europäischen Dekorationselementen. Er glaubte, dass die Kranken zur Genesung viel Grün, frische Luft und ein angenehmes Umfeld benötigen. Wie recht er doch hatte. Die Arbeitsräume sind unterirdisch versteckt und die oberen Räume mit Kunst, Farbe und Skulpturen verziert. Auch dieser Architekt war seiner Zeit weit voraus. Wir spazieren durch die Anlage, an die sich ein heute noch aktives Krankenhaus anschließt. Was wäre schöner als der „Parc Güell“ um diesen Tag abzurunden. Das Grün dieser phantasievollen Parkanlage ist genau richtig für den späten Nachmittag. Ursprünglich als Wohnanlage von Gaudi im Auftrag von „Eusebio Güell“ geplant, wurden dort nur 2 Häuser gebaut. Übrig blieb ein Park mit zahlreichen sog. „Trencadis – Mosaiken“ (man nehme eine schöne Fliese, lasse sie zu Boden fallen und setze die Scherben wieder zusammen), die wohl auch den grünen Papageien gefallen, die in den Palmen hausen. Das Emblem des Parks ist ein vielfarbiger Drache aus Mosaik, der die Treppe bewacht die in den Park führt. Auch Gaudi selber hatte hier sein Haus in dem er lebte bevor er in die Sagrada Familia zog. Es gibt drei Naturstein-Viadukte welche Schattenwege zum Bummeln schaffen, ein idealer Platz für einen Abendspaziergang in einer heißen Stadt. Beachtlich ist auch die Säulenhalle welche zusammen mit der Überdachung ein Marktplatz werden sollte. 
Wir beschließen, direkt in das Restaurant zum Abendessen zu fahren. Ein Telefongespräch regelt das und ein paar Minuten später sitzen wir bei Wein und einem spanischen Abendessen zusammen. Wir lassen den Tag in entspannter Atmosphäre ausklingen und nach einem Spaziergang zurück ins Hotel fallen wir ins Bett.
Buenas noches y hasta manana!

3. Tag: Stadtrundgang durch das Barri Gotic, auf der Rambla und Besuch des Picasso-Museums


Erholt starten wir heute die Fortsetzung unserer Stadterkundung mal zu Fuss. Ein Blick aus dem Fenster verkündet regen, „nein es schüttet“. Die Fotografen unter uns sind wegen der Lichtverhältnisse nicht so begeistert. Wir lassen uns aber nicht abhalten, und laufen gut beschirmt entlang des Prachtboulevards „Passeig de Gracia“. Hier stehen die wichtigsten prachtvollen Häuser des Modernisme. Vorbei an der „Casa Milà“ auch „La Pedrera“, übersetzt „der Steinbruch“ genannt gelangen wir zu den Häusern „Casa Batló“ von „Gaudi“, „Casa Amatler“ von „Puig i Cadafalchs“ und die „Casa Lleó Morera“ von „Domènech i Montaner“. Alle drei Häuser gehören zum Gebäudekomplex „Illa de la Discòrdia“ was „Block der Meinungs-verschiedenheiten“ bedeutet. Der Name wurde wegen der verschiedenen Auffassungen von Architektur gegeben. Von der gegenüberliegenden Straßenseite können wir alle 3 Bauten nebeneinander betrachten und lassen uns die Unterschiede von Ingo erläutern. Prachtvoll sind sie alle drei. In einer Seitenstraße vorher blickt uns eine surrealistische Skulptur des 2012 verstorbenen Künstlers „Antoni Tàpies“ entgegen, welche auf einem weiteren Haus von „Domènech i Montaner“ zu sehen ist. Das Haus ist das erste Haus, welches aus Gusseisen für einen Verlag erbaut wurde. Wir schlendern entlang des Boulevards bis zu dem wichtigsten Platz dieser auch bedeutenden Nord-Süd-Verbindung, dem „Placa de de Catalunya“ am Beginn der Altstadt, dem „Barri Gotic“. Hier tauchen wir ein in die frühere Geschichte Kataloniens. Die älstesten Zeugnisse stammen hier aus der Zeit der Römer, die die Stadt von den „Karthagern“ übernahmen. Kein geringere als der Vater von „Hannibal“, „Hamilkar Barkas“ gründete Barcelona. Wir schreiten weiter in das Mittelalter und durch die Reste der „juderia“, des jüdischen Viertels, gelangen wir zur Kathedrale „Capella de Santa Llúcia“ die auf den Resten eines römischen Tempels und einer maurischen Moschee erbaut wurde. Das Kirchenschiff ist im Stil der katalanischen Gotik errichtet. Wir bewundern das Chorgestühl mit den gut erhaltenen Schnitzarbeiten und den Wappen der europäischen Königshäuser. Ein idyllischer Kreuzgang mit den schnatternden Gänsen, die früher vor Dieben warnen sollten, ergänzt den Eindruck. Der Brunnen mit dem heiligen Georg, der Schutzheillige Kataloniens ist ein schöner Blickfang und spendet Wasser. Es ist Zeit für unsere Mittagspause und die verbringen wir teilweise in der attraktiven Markthalle auch „La Boqueria“ genannt. Es gibt verschieden Imbissmöglichkeiten wie Schinken oder Pilze. Ein anderer Teil der Gruppe zieht es vor die Mittagszeit in einer der netten Tapasbars zu verbringen. Das Wetter ist inzwischen aufgeklart und wir geniessen schon wieder die Sonne.
Der Nachmittag ist wieder für die Kunst reserviert. Auch Picasso verbrachte seine prägenden Jahre hier in Barcelona und ihm ist auch das Museum im Stadtviertel „La Ribera“ gewidmet. Wir spazieren durch die kleinen Gässchen. Orientieren kann man sich in Barcelona gut. Noch haben wir auch unseren lokalen Reiseleiter dabei. In diesem Stadtviertel ist auch unser Restaurant für das Abendessen. Vorher aber bekommen wir das Frühwerk von „Pablo Picasso“ an ausgesuchten Bildern erläutert. Fotografieren ist hier, wie in fast allen Museen die Gemälde ausstellen, verboten. Die anschließende Freizeit können wir in diesem Teil Barcelonas verbringen oder uns einfach im Café des Museums ausruhen. Denn uns steht heute noch eine Besichtigung bevor. Nach diesem Päuschen spazieren wir in unser Restaurant an der Placa del Palau. Hier geniessen wir ein wahrhaft köstliches Abendessen, bei dem mit den Produkten Kataloniens nicht gespart wurde. Fast alles was das Meer hergibt haben wir auf unseren Tellern gekrönt von einem schokoladigen Nachtisch. Satt und zufrieden (nein wir fallen nicht in’s Bett) starten wir zum Abenteuer „Metro fahren“, was sich aber eher als kleines Abenteuer entpuppte. Wir kommen sicher an unserem Zielbahnhof an uns spazieren gemütlich in Richtung „Steinbruch“. Hier in der „Casa Milà“ werden wir von freundlichen jungen Kalalanen begleitet und für die Müden unter uns gibt es sogar einen Fahrstuhl auf das Dach, welches unser Ziel ist. Das immer noch von alteingesessenen Familien bewohnte Haus beeindruckt ebenfalls durch außergewöhnliche Formen und Farben. Rechte Winkel sucht man vergeblich. Das Dach ist im wahrsten Sinne des Wortes die Krönung des Hauser und auch des Tages. Durch den Dachboden, eine meisterliche Konstruktion, auf dem früher die Bettwäsche getrocknet wurde, erkennen wir an einem Modell die Ausmaße dieses Bauwerks. Wir treten auf das Dach und befinden uns in einem Wald von außergewöhnlichen, futuristisch wirkenden Schornsteinen. Es gibt eine Lichtshow und passende Musik was uns in eine andere Welt entführt, die Welt des „Antoni Gaudí“. Für uns unvorstellbar, dass die Familie „Milà“ für die es gebaut wurde, in das Haus nicht einziehen wollte. Nun es war eben eine andere Zeit.
Fast unwirklich erscheinen die modernen Straßenzüge blickt man nach unten auf den Boulevard. In der Ferne grüßt die beleuchtete „Sagrada Famila“. Zum Abschluss bekommen alle ein Getränk ihrer Wahl, z.B. einen „Cava“, den Champagner Kataloniens.
Wir spazieren zu unserem Hotel welches nicht weit entfernt ist, müssen wir doch morgen Barcelona verlassen.

4. Tag: Rundreise zum Kloster Poblet, Tarragona, durch die Weinregion Penedes zum Kloster Montserrat


Die sonne lacht wieder, als wir am Morgen Barcelona verlassen. Nicht lange dauert unsere Fahrt zum „Kloster Poblet“, welches das am besten erhaltene Kloster Kataloniens darstellt.
Das noch bewohnte Zisterzienser-Kloster gibt uns einen Einblick in das Klosterleben. Wir betrachten die verschiedenen Räume, wir sehen die alte Klosterküche und das heute von den Mönchen noch aktiv genutzte Refektorium. Wunderschön ist der gotische Kreuzgang mit seinen Ornamenten in den Säulen und Kapitellen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Hier in der Stille kommt klösterliche Atmosphäre auf. Nach der Hektik der Großstadt ein ruhiger Ort zum Entspannen. In der ebenfalls stimmungsvollen gotischen Klosterkirche werfen wir Blicke auf die königlichen Gräber. Hier ist u.A. der sog. Gründer Kataloniens „Wilfried I“, auch „Wilfried der Behaarte“ genannt, mit seiner Frau begraben. Der Löwe zu seinen Füßen unterstreicht seine Königswürde. Nach diesem besinnlichen Besuch fahren wir in Richtung Tarragona. Einst war „Tarraco“ die Hauptstadt der römischen Provinz Tarraconensis, von der im 3.Jahrhundert vor Christus die Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Römer ausging. Zahlreiche Überreste, verteilt in der gesamten Stadt, künden von dieser Zeit. Hier gab es alles, was eine römische Stadt ausmachte, ein Amphitheater und einen Zirkus für Pferderennen. „Brot und Spiele“ das war eine Devise der römischen Herrschaft. An der „Via Augusta“ gelegen bauten die Römer Straßen und Wasserleitungen um die Infrastruktur auszubauen. 
Nach einer Mittagspause in dem netten Städtchen fahren wir zu einer der zwei wichtigen Sektkellereien Kataloniens, zur Kellerei „Codorniu“. Zurückgehend auf das 16. Jahrhundert ist Codorniu heute der größte Produzent von in Flaschen vermentiertem Sekt nach der „Champagner-Methode“ weltweit. Die Kellerei gehört zu den Industriebauten des Modernisme und wurde von dem Architekten „Josep Puig i Cadafalch“ entworfen. Ihn kennen wir schon aus Barcelona. Wir machen einen kleinen Spaziergang durch den Garten und fahren anschließend in die Kellergewölbe. Hier gibt es einen Sektkeller der heute für die Führungen dient. Wir fahren mit einer kleinen Bahn durch die unterirdischen Gänge, die kilometerlang sind. Fast wie in einer Mine, nur dass hier die Flaschen auf den passenden Gerüsten lagern. Dann gibt es noch 2 Gläser verschiedener Cava-Rosé Sorten zu trinken, extra trocken so wie er den meisten von uns schmeckt. So beschwingt fahren wir zu einer der wichigsten Stätten Kataloniens, zum Kloster Montserrat. Der Bus schlängelt sich durch das Sandsteingebirge welches sich bis 1200 Meter im hügeligen Hinterland von Barcelona erhebt. Dann endlich kommen wir an. Unser Hotel liegt gleich neben der Klosterkirche, nur unser Gepäck müssen wir erst einmal dorhin rollen, da der Bus nicht heranfahren darf. Was tut man nicht alles für die „Schwarze Madonna“. Sie muss aber noch ein wenig warten. Nach einem kleinen Zimmer-Durcheinander beim Einchecken haben wir alle eine Bleibe, hier an diesem wichtigen Pilgerziel, dem Benediktinerkloster „Santa Maria de Montserrat“. Dieser Berg mit seinem Kloster ist eine der Wahrzeichen Kataloniens und wird auch von „Jakobspilgern“ besucht. Wir stellen uns auf ein frühes Aufstehen ein. Die Morgenandacht beginnt um 07.30 Uhr und wir wollen die Chance warnehmen, die romanische schwarze Muttergottes ohne Touristenmasse zu besuchen. 

05. Tag: Kloster Montserrat – Reise in das Mittelalter und die frühe Neuzeit nach Rupit, Besalu und Girona

Früh am Morgen werden wir geweckt. Der Sonnenaufgang kündigt sich an und das zaubert eine wunderbare Atmosphäre auf den Platz vor dem Kloster. Der Nebel hängt noch im Tal und die ersten Sonnenstrahlen erscheinen. Die Morgenandacht zur alltäglichen Weihung der „Schwarzen Madonna“ lässt den Tag stimmungsvoll beginnen. Anschließen gehen wir durch eine Nebenpforte empor zur Madonna, über dem Altar. Gläubige küssen und ehren die Madonna aus dem 12.Jahrhundert. Ein Seitengang wird von zahlreichen Kerzen erleuchtet. Sie werden als Dankesgabe oder als Fürbitte gespendet.
Jetzt gibt es ein ordentliches Frühstück und mit der Gunst der „Kleinen Schwarzen“ treffen wir unseren „neuen“ Bus und unseren Fahrer „Pasquale“. Das Mittelalter ist heute das Hauptthema des Tages. Wir freuen uns auf die katalanische Landschaft und romantische Spaziergänge. Auf der Fahrt nach „Rupit“, unserem ersten Ziel des Tages, erfahren wir etwas über die Geografie und die Landschaft Kataloniens. Auch gibt es eine kleine Einführung in den Alltag des  spanische Mittelalters und der beginnenden Neuzeit mit den Umständen, Widrigkeiten und Bedrohungen. Auch die groben Züge der Geschichte sind für das Verständnis wichtig.
Wir erreichen den Ort Rupit, der auf ca. 870m Höhe liegt. Den kleinen wunderbar restaurierten Ort, der auf einem schmalen Grat oberhalb eines Flüsschens liegt erreichen wir über eine schwankende Hängebrücke. Mutig überwinden wir einer nach dem anderen dieses Hindernis. Wie schaffen das die PKWs? Nun, es gibt auch eine andere Möglichkeit über die Straße. Wir bummeln durch die gut erhaltenen Wege aus Naturstein und einige von uns entdecken in einer Wiese, eine Ansammlung von originellen Vogelscheuchen, ein „Napoleon“ ist auch dabei. Nun er ist hier nicht so beliebt und das hat historische Gründe. Das Örtchen ist klein und so fahren wir nach einer Stunde zu unserem nächsten Ziel, dem Aussichtspunkt „El Far“. Von hier blicken wir in den Naturpark „Garrotxa“, dem einzigen Vulkangebiet Kataloniens. Auch eine kleine Kapelle gibt es hier. Wir beschließen, unsere Mittagspause im kommenden Örtchen „Besalu“ zu machen. Dort gibt es ein großes Angebot an kleinen Restaurants und Tapas-Bars. Genau richtig für den kleinen Hunger am Mittag. Es ist wieder sonnig und heiss und so kommt ein wenig später die Pause gerade richtig. Wir bummeln über die alte Brücke „Pont Vell“ aus dem 14. Jahrhundert, im Mittelalter Zollstation, heute angemessenes Eintrittstor zum kleinen Örtchen. Wir bummeln entlang des Flusses zur einzigen sicher dokumentierten „Mikwe“, einem jüdischen Tauchbad, welches nach der Thora, dem heiligen Buch der Juden, fließendes, natürliches Wasser benötig. Es stammt aus einer Zeit, in der in Katalonien die Juden die spanische Kultur bereicherten. Diese Zeit dauerte bis 1492 als mit den Muslimen alle Juden Spanien verlassen mussten. Über die Placa Major mit vielen Einkehrmöglichkeiten gelangen wird zur Placa Sant Pere mit der gleichnamigen Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die der Rest eines Klosters ist, welches im 18.Jahrhundert zerstört wurde. An der Westfassade entdecken wir einen romanischen Bogen mit steinernen Löwen verziert. Hier in dieser mittelalterlichen Atmosphäre verbringen wir unsere Mittagspause bis es weitergeht in das Städtchen Girona.
Die lebhafte Kleinstadt, durchflossen von dem Fluss „Onyar“ ist der Höhepunkt des Tages. Wir lassen uns Zeit vom Parkplatz in Richtung Kathedrale zu laufen. Man erkennt an den Menschenmengen, dass Girona ein Hauptausflugsziel für Reisende aus aller Herren Länder ist. Die Kathedrale mit ihrer barocken Fassade ist nur über einen Stufenweg zu erreichen. Wir gehen weiter durch das am besten erhaltene „Jüdische Viertel“ Spaniens, einige sagen sogar Europas, und suchen den Eingang zur roten „Eisenbrücke“ von Gustav Eiffel. Wir schlängeln uns durch die Altstadt und nach einer Frage an einen in den vielen Straßenrestaurants arbeitenden Kellner, stellen wir fest, wir stehen davor. Das soll man nun ahnen. Er ist wirklich versteckt. Wir gehen auf die Brücke und bewundern die Häuser entlange des Flüsschens – ein malerisches Motiv. Einige von uns würden sich auch gerne niederlassen und zu malen beginnen. Laufen und Besichtigen macht müden und so lassen wir uns in einem der vielen Kaffees nieder und erholen uns vom Tag. Auf dem Rückweg zum Bus entdecken wir auf der anderen Flussseite ein barockes Szenario auf einem Platz, der auch in Italien sein könnte.
Wir fahren noch eine Weile in unser Hotel an der Costa Brava, nach Malgrat de Mar. Das „Aqua Hotel Silhouette & Spa ist ein supermodernes Hotel mit einem interessanten Empfangsbereich und einer großen Bar. Unsere Zimmer sind riesengroß mit 2 Räumen und man könnte sie Appartment nennen. Wir genießen das große Buffet am Abend und erholen uns für morgen. Denn Herr „Salvador Dalì und seine Gala“ warten auf uns.  

6. Tag: Auf den Spuren Salvador Dalìs – San Pere de Rodes – Port Lligat – Cadaqués – Pubols

Nach einem reichhaltigen Frühstück fahren wir in Richtung Figueres, denn dort haben wir eine Verabredung mit Salvador Dalì, einem der erfolgreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Auf dem Weg dorhin erfahren wir etwas über seine Herkunft und sein Leben und in seiner von ihm verfassten Biografie „Das geheime Leben des Salvador Dalì“ richtet er sogar selber das Wort an uns: Genie und Wahnsinn – Fortsetzung folgt!
Unverkennbar ist das Theater, in dem er sein Museum zu seinen Lebzeiten konzipiert und eingerichtet hat. Die Reisegruppen strömen schon in Richtung Museum als wir ankommen. Schnell sind die Formalitäten erledigt und wir können uns ganz seinen Phantasien und seiner Kreativität widmen. Lange könnte man hier verweilen, ohne dass es langweilig wird. Welch
Phantasie und Wahnsinn tut sich vor uns auf. Nach der Besichtigung erstehen wir noch eine Kleinigkeit für unseren Mittagsimbiss, welchen wir am Kloster Sant Pere de Rodes, zu uns nehmen. Schön ist die Fahrt dorthin durch die von Sonne beschienener Landschaft. Ein schönes Fleckchen Erde ist dieses Katalonien. Nach unseren Mittagspause, oder sollten wir sagen „Kunstpause“ fahren wir in Richtung „Cap de Creus“, dem östlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel. Dieses Cap gehört heute zu einem Naturschutzgebiet und kann nur zu Fuss erreicht werden. Wir aber fahren vorbei an Cadaqués, dem Ort der „Reichen und Schönen“ Kataloniens, nach Port Lligat um das Haus zu betrachten, in dem Dalí und Gala lange Jahre die Sommermonate verbrachten. Auch hier unverkennbar Dalí. Früher ein romantisches einsames Örtchen, heute, nach dem Tod der beiden Bewohner, eine Pilgerstätte für Dalí-Fans. Eine Kaffeebar genau vor dem Eingang tröstet uns darüber hinweg, dass es keine Zeit gibt hineinzugehen. Wir geniessen stattdessen das hier und jetzt und es gibt auch im heutigen Port Lligat einiges zu erfahren: eigenwillige Katalanen mit sicher verwahrtem Toilettenschlüssel und guten Kaffee!!! Unser Fahrer Pasquale der hierher auf der Strecke sein Können bewiesen hat, manövriert uns sicher aus Port Lligat über Cadaqués in Richtung Pubols, dem Schloss von „Gala“. Auf dem längeren Weg dorthin geht es weiter mit der teilweise skurilen  Lebensgeschichte der beiden so ungewöhnlichen aneinander geketteten Menschen. So vorbereitet betreten wir in Pubols ein ungewöhnliches Schlösschen. Von „Dalì“ für seine Muse und Frau „Gala“ gekauft strömt es eine besondere Atmosphäre aus. Nicht komplett „Dalí“ aber doch ein Stück von seinem Werk. Die Einrichtung erzählt vom Geschmack einer sehr eigenwilligen Persönlichkeit, wie hielt sie es sonst auch mit „Dalì“aus. Wir gehen durch die Räume und werden durch die Atmosphäre eingefangen, der Garten, unverkennbar „Dalí“, mit langbeinigen Elefanten. Auf dem Weg in unser Hotel kommt der Herr noch einmal zu Wort. Selten gibt es im wahren Leben ein Happy End und das Ende der beiden war nicht ganz so romantisch. Wir durften heute das Werk eines genialen Wahnsinnigen oder eines wahnsinnigen Genies bewundern und freuen uns auf ein reales kühles Getränk und ein Abendessen.

7. Tag: Tossa de Mar


Langsam neigt sich unsere Reise dem Ende zu. Es ist Zeit sich mal einen typischen schönen Badeort an der Costa Brava anzuschauen. Kurz ist unsere Fahrt entlang der Küste nach „Tossa de Mar“. Ein Örtchen mit einer unter Denkmalschutz stehenden Altstadt die komplett von einer Stadtmauer umgeben ist. Und so laufen wir nach Ankunft entlang der römischen Überreste in Richtung Altstadt. Wir steigen bergauf und haben von der alten Festung einen wunderbaren Ausblick auf das Meer. „Marc Chagall“, der den Ort „das blaue Paradies“ nannte, weilte oft hier und wählte Tossa zu seinem Motiv. Vorbei an der alten Kirchenruine begrüßt uns 60 m über dem Meer der Leuchtturm „Far de Tossa“. Auch hier gepflegte und mit Blumen geschmückte Häuschen mit kleinen Bars. Auf einem Aussichtspunkt wurde der Schauspielerin „Ava Gardener“ ein Denkmal gesetzt und der Platz nach ihr benannt. Hier drehte sie mit James Mason den Film: „Pandora und der fliegende Holländer“.
Zurück in dem Stadtteil welcher im 17. und 18. Jahrhundert erbaut wurde ist neue Kirche „San Vicenc“ im klassizistischen Stil erbaut worden. Eine Berliner Kneipe aus dem 60er Jahren zeugt von den neueren touristischen Engagements der Deutschen an der „Costa Brava“, ist sie doch auch heute noch ein Badeziel ersten Ranges. Nicht alle Orte sind so schön wie Tossa. Hier ist jetzt in der Nebensaison etwas Ruhe eingekehrt und der Strand lädt zum Verweilen und zum Schauen ein, oder um die Reise noch einmal revue passieren zu lassen. Dafür bietet sich auch der Nachmittag an, denn tatsächlich haben wir kein Programm.

8. Tag: Transfer zum Flughafen und Rückflug


Heute werden wir alle individuell, passend zu den Rückflugzeiten, zum Flughafen von Barcelona gebracht, mit gepflegten und schwarzen Limousinen, die Fotos dazu sind ein kleiner Scherz. Auf Wiedersehen, Adios, Hasta Luego Espana!!!

Fazit der Gruppe: ein volles, spannendes und ereignisreiches Besichtigungsprogramm, dessen Inhalte man unbedingt noch einmal revue passieren lassen muss.
Dazu soll dieser ausführliche Reisebericht dienen. Ich bedanke mich im Namen aller Beteiligten wie unserem lokalen Führer Ingo, Fahrer Pasquale, und anderer Beteiligter für Ihr Interesse an der Kultur Kataloniens und der Stadt Barcelona und wünsche Ihnen Spass an meinen Bildern und eine spannende Nachbereitung dieser Kulturreise. Ich habe zwei mal Korrektur gelesen, bitte aber um Nachsicht, sollte sich doch ein Fehlerteufel eingeschlichen haben.

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