Sardinien entdecken

Azurblaues bis smaragdgrünes Meer, traumhafte Strände und Buchten, eine wilde, naturbelassene Landschaft, zauberhafte Städtchen und eine köstliche Küche – und nicht zuletzt der zurückhaltende Charakter der Sarden – Sardinien ist eine Reise wert!

Tag 1 – 24.05. Anreise


Von Berlin bzw. Stuttgart geht es mit Eurowings in knapp 2 Flugstunden in Richtung Sonne! Die Mittelmeerinsel Sardinien erwartet uns mit ihrem freundlichsten Gesicht: strahlend blauer Himmel, kein Wölkchen in Sicht und angenehme 25 Grad.
Auf der knapp einstündigen Fahrt vom Flughafen Olbia zum BlueHotel Morisco in Cannigione gebe ich die ersten Informationen zum Reiseverlauf und stelle mich den Reiseteilnehmern vor. Beim gemeinsamen Abendessen trifft auch die örtliche Reiseleiterin Angela ein, die uns die nächsten Tage charmant, humorvoll und kenntnisreich durch ihre Wahlheimat Sardinien führt. Geboren im Schwabenland fühlt sie sich wie „halb Spätzle und halb Spaghetti“.

Tag 2 – 25.05. Panoramafahrt an die „Smaragdküste“

Heute erwartet uns die berühmte Costa Smeralda, die jeden Sommer die Welt der „Reichen und Schönen“ ist. Dieser Küstenstrich wurde durch den legendären Multimilliardär Karim Aga Khan in den 1960er Jahren entdeckt. Er gründete eine Stiftung mit weiteren Investoren und kaufte das Land für „eine Million Lire“ pro Quadratmeter (rund 50 Cent€) von den Bauern ab. Tatsächlich ein Spottpreis, doch die Bauern fühlten sich als Millionäre. Dieses bis dahin unberührte Paradies, das über keinerlei Infrastruktur verfügte, verwandelte er zum teuersten Pflaster Sardiniens, mit elitären Luxushotels und einem ganz eigenen, der Natur angepassten Baustil. Sinnbildlich dafür steht das teuerste Hotel Cala di Volpe, im Stil eines sardischen Dorfes.Doch erstmal unternahmen wir einen kurzen Abstecher in das Hinterland, der Gallura. Bizarre Felsformationen säumen den Weg zum pittoresken Künstlerdorf San Pantaleo. Von imposanten Bergzacken umrahmt ist es ein gepflegter Ort, mit einer kleinen Kirche, Dorfplatz und phantasievollen Boutiquen und Cafés.
Die 50km lange Küste der Costa Smeralda mit zwei Landzungen und über 80 kleinen Badebuchten wird bei Ein- und Ausfahrt durch einen großen Stein markiert. Wir besuchten zunächst Porto Rotondo (der „runde Hafen“) und schlenderten entlang des Hafens mit seinen Yachten. Besonders eindrucksvoll ist die moderne Kirche Chiesa de San Lorenzo mit Skulpturen aus russischem Pinienholz und lohnt unbedingt einen Besuch.
Die Baia Sardegna gehört genau genommen nicht zur Costa Smeralda, das favorisiert eine Mittagspause dort, da die Preise nicht ganz so astronomisch sind, wie ansonsten in der Umgebung. Nette Cafés und Restaurants laden zum Verweilen nahe der schönen Strandbucht ein. Wir genossen den Aufenthalt dort.
Abschließend führte uns die Fahrt nach Porto Cervo. Ganz bewusst komplett im typischen Baustil eines Dorfes gehalten, sind in den Häusern die weltbekannten Luxusmarken von Chanel bis Gucci angesiedelt. Die anschließende Rundfahrt mit einem Bähnchen, durch die grün mit Macchia bewachsene Landschaft, zeigte die Prachtvillen der Prominenz, natürlich oft hinter hohen Mauern versteckt.

Tag 3 – 26.05. Wir erkunden die Maddalenischen Inseln

Vom Hafen in Palau setzt die Fähre ab hinüber nach La Maddalena. Knapp 20 Minuten Fahrzeit und wir betraten die Hauptinsel des Archipels, das aus rund 60 weiteren kleinen und kleinsten Eilanden besteht und sich an der Nordküste Sardiniens ausbreitet.
Das charmante, kleine Städtchen lädt zum Bummeln durch die Geschäftsstraßen ein und der Nationalheld Garibaldi sitzt in Bronze gegossen auf einer Bank auf dem Hauptplatz. Der Revolutions- und Nationalheld hat das aufgeteilte Italien im 19.Jh. zu einem Königreich vereint und wird deshalb heute noch verehrt. Wir wollten die Kirche besichtigen und wurden überraschend Zuschauer einer lokalen Hochzeit.
Die anschließende Panoramafahrt entlang der Küste zeigte uns auch den schönen Dünenstrand an der Baia Trinitá. Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang und genossen die tolle Aussicht auf die vorgelagerten Eilande. Angela erklärte die einheimische Vegetation.
Über den Damm erreichten wir die „Ziegeninsel“ Cabrera, wo Guiseppe Garibaldi einst sein Bauernhaus hatte, das heute Gedenkstätte ist.
Jetzt waren alle hungrig und das rustikale Picknick mit Käse, Salami, Oliven, Tomaten und sardischem Brot im schattigen Pinienwald kam gerade recht. Der süffige Rotwein hob die Stimmung und gut gelaunt machten wir uns auf den Rückweg mit der Fähre.
Ein weiterer Stopp zeigte uns noch am Capo d’Orso den Bärenfelsen aus nächster Nähe (man sah ihn schon von der Fähre aus). Doch nicht ohne Mühe, zunächst musste in 20 Min. Wanderung der Hügel erklommen werden. Wir wurden mit einer wunderbaren Aussicht auf die gesamte Küste belohnt.

Tag 4 – 27.05. Durch die Barbagia nach Alghero

Entlang der Küste fuhren wir ins Landesinnere zum Städtchen Nuoro. Der Ort selbst ist eher unscheinbar, doch beherbergt er ein sehenswertes Museum, das Museo Etnografico Sardo, in dem es das sardische Kulturgut von den Anfängen bis heute zu bestaunen gibt. Prachtvolle Trachten, die noch heute in den Dörfern getragen werden, sind das Highlight des sehr gut gemachten Museums.Die Fahrt führte uns weiter nach Orgosolo. Die Murales, die berühmten Wandbilder haben Orgosolo über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Die zahlreichen Wandbilder, deren Stile von der Naiven Malerei über politische Motive bis zur abstrakten Kunst reichen, schmücken seit Ende der 1960er Jahre die Hauswände. Orgosolo liegt im zentralen Bergland, dem Herz Sardiniens. Das Gebirge gipfelt im Punta La Marmora, mit 1834 m der höchste Berg Sardiniens.
Die Barbagia ist die Welt der Hirten und wir freuten uns auf das bekannte Hirtenessen. Seit vor ungefähr 4000 Jahren Hirtenstämme nach Sardinien einwanderten, wird auf der Insel Vieh- und Weidewirtschaft betrieben. Mit der Inbesitznahme der Insel durch verschiedene Fremdherrschaften wurden die Hirten in das steinerne, unwirtliche Herz Sardiniens abgedrängt. Die Tradition, Sitten und Gebräuche der Hirten sind heute noch lebendig. Bei dem Hirtenessen konnten wir einen Einblick in die Spezialitäten des Inselinneren bekommen. Bei gegrilltem Lamm und Spanferkel, würzigem Pecorino Käse, Cupoletta (Süßigkeit) und süffigem Rotwein ließen wir es uns gut gehen. Durch die canti sardi, den traditionellen sardischen Chorgesängen bekamen wir einen Eindruck in die sardische Folklore. Dieses ebenfalls uralte sardische Kulturgut wird stets a cappella von einem vierköpfigen Männerchor, den Tenores, vorgetragen. Den Ballu Tundu tanzte Angela mit einem sardischen Hirten.
Unsere Weiterreise führte uns über Macomer und Sassari nach Alghero an die Westküste.
Unterwegs machten wir Pause mit Blick auf die Nuraghe Santu Antine.
Am Abend erreichten wir unser Domizil für die kommenden drei Nächte, das Hotel Rina, in Gehweite zur Altstadt und nur 3 Min. vom Meer gelegen.

Tag 5 – 28.05. Stadtbesichtigung Alghero, Capo Caccia und optional Neptungrotte

Wir beschlossen kurzfristig und wetterbedingt zunächst mit dem Bus zum Capo Caccia zu fahren, sodass wir die Sicht auf das „Jagdkap“ genießen konnten, bevor sich der Himmel zuzog und Regenwolken breit machten. Wir genossen den Blick auf die gesamte Bucht von Alghero sowie die Insel Foradada.
Danach erkundeten wir mit Angela ihre Heimatstadt Alghero. Die Altstadt, der durch ihre Geschichte sehr spanisch angehauchten Stadt, liegt gedrängt auf einer Landzunge umgeben von der Festungsmauer. Trotz der schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges ist das Zentrum der Altstadt zum größten Teil intakt. Während unseres Stadtrundganges sahen wir die Piazza Civica, die „gute Stube“ der Bürger von Alghero. Durch die Altstadtgassen erreichten wir die San Francesco Kirche. Als „Betender“ kann man einzeln und kostenfrei die Kirche besuchen. Wir gelangten schließlich zum Dom mit dem Campanile, dem ungewöhnlich achteckigen Glockenturm.
Trotz Regen wollten alle zur Neptungrotte, sie ist die einzig zugängliche der zahlreichen Tropfsteinhöhlen und lohnt einen Besuch. Das Schiff brachte uns in knapp einer Stunde hinüber und nachher wieder zurück. Bei Wind und Wellengang war die Fahrt eine nette Abwechslung.

Tag 6 – 29.05. Ausflug nach Castelsardo und die Korkregion

Malerisch thront der Ort Castelsardo an der Nordküste Sardiniens auf einem Felsen mit Blick auf den Golfo dell‘ Asinara. Im Schutz der Burg liegt die verwinkelte Altstadt, die wir zu Fuß erkundeten. Die schmalen Gassen führen bergauf und bergab, man muss gut zu Fuß sein. Die Korbflechterei ist bis heute das Kunsthandwerk der Frauen, die an der Haustür sitzend ihre Waren anbieten. Wir besuchten die Kathedrale Sant Antonio Abate mit dem Campanile-Turm mit seiner bunten Majolicakuppel. Vorbei an der Steilklippe führte der Weg wieder hinab zum Hauptplatz, wo wir die Mittagspause genossen. Unterwegs erfuhren wir von Angela Wissenswertes über die Korkverarbeitung in der Gegend. Der Kork wird alle 10 Jahre von den Korkeichen „geerntet“ und aufwändig verarbeitet.
Unterwegs sahen wir den Elefantenfelsen „Rocca dell Elefante“, eine durch Erosion entstandene Felsformation, die tatsächlich an einen Elefanten erinnert.
Auf dem Rückweg machten wir schließlich Halt auf einem schönen Landgut mit Wein- und Olivenverarbeitung, das ausschließlich von Frauen bewirtschaftet wird und zahlreiche Preise gewann. Wir wurden in die Geheimnisse des sardischen Weines eingeführt und konnten diesen ausgiebig verkosten. Ebenso wurden sardische Oliven und Öl gereicht. Ein schöner, entspannter Abschluss des Ausfluges. Im Hotel angekommen blieb sogar noch Zeit für einen Spaziergang zum Strand und ein erfrischendes Bad.

Tag 7 – 30.05. Ausflug Bosa und Nuraghe Losa

Gut gestärkt vom Frühstück fuhren wir entlang der schönen Küstenstrasse nach Bosa. Dies ist wohl eine der schönsten Küstenstraßen, hinter jeder Biegung öffnen sich neue Ausblicke auf das in Stufen abfallende Gebirge. In den Felsregionen des Monte Ferru finden zahlreiche selten gewordene Tiere und Pflanzen ein ungestörtes Refugium.
Bosa, am Fluss Temo gelegen, ist die einzige unmittelbar an einem Wasserlauf erbaute Stadt Sardiniens. Dank ihres malerischen, historischen Zentrums, der Lage am Temo, sowie der Burg Malaspina gilt Bosa als die schönste Stadt Sardiniens. Entlang des Temo Ufers, welches einst palmengesäumt war, dem Corso Vittorio Emanuele und durch die engen Gassen der Altstadt bummelten wir durch die Stadt. Am Fuße der Burg Serravalle angelangt, genossen wir einen schönen Blick auf die Dächer von Bosa.
Wieder in den Altstadtgassen angekommen, wurden wir bereits in einem Gewölbekeller zu einer Malvasia-Verkostung erwartet. Dieser typische Dessertwein schmeckt begleitet von feiner Schokolade einfach nur köstlich. In geselliger Runde beendeten wir den Bosa-Ausflug und machten uns auf den Weg Richtung Cagliari.
Am Nachmittag besuchten wir noch eines der Wahrzeichen von Sardinien, die Nuraghe Losa. Sie ist eines der zahlreichen archäologischen Überbleibsel im Valle dei Nuraghi, welches durch eine Vielzahl prähistorischer Sehenswürdigkeiten aufwartet. Dazu gehören die zahlreichen Nuraghen, die Wahrzeichen Sardiniens, aus dem 18.Jh bis 5.Jh vor Christus (Bronzezeit). Die Nuraghen waren runde Verteidigungsanlagen, bestehend aus dem Hauptturm und weiteren Nebentürmen, gesäumt von den Wohnhäusern des Dorfes. Auffallend ist die eigenwillige, runde Bauweise. Leider wurden später viele der ehemals 7000 Nuraghen aus Unwissenheit von der Bevölkerung zerstört, als sie im 19.Jh. Steine für den Bau der Straßen und Trockenmauern benötigten.
Gegen Abend erreichten wir unser Hotel Santa Lucia in Capoterra im Raum Cagliari. Alle waren begeistert von dieser schönen Hotelanlage inmitten eines Parks und am Naturreservat.

Tag 8 – 31.05. Stadtbesichtigung Cagliari

Vom Hotel erreichten wir in ca. 20 Min. Fahrt die Hauptstadt Sardiniens, die mit ca. 150.000 Einwohnern viel größer ist, als sie scheint. Herrlicher kann eine Stadt wohl nicht liegen: am Engelsgolf, eingerahmt von hohen Gebirgszügen. Gleich bei Ankunft entzückten uns die lilafarbenen Jacarandabäume am Largo Carlo Felice. Doch zunächst hielten wir am Kloster Santuario e Basilica di Bonaria, um der Schutzpatronin Sardiniens einen Besuch abzustatten. Die „Madonna der guten Lüfte“ befindet sich im alten Teil der Kirche (links neben der barocken Kirche). Sehenswert ist auch die Krypta mit den Marmorsärgen. Der zweite Schutzheilige ist San Antonio di Abate, dem wir schon in der Kirche in Castelsardo begegneten.
Im Anschluss genießen wir den Ausblick auf die Stadt vom gegenüber liegenden Hügel Monte Urpino. Ein Besuch in der Markthalle San Benedetto zeigt uns die Köstlichkeiten aus dem Meer und wir staunten über das vielfältige Warenangebot.
Wir starteten unseren Rundgang im Burgviertel, durch das Altstadttor, wo die alten Patrizierhäuser dicht bei einander stehen. Der Dom Santa Maria di Castello hat heutzutage eine romanisch-pisanische Fassade und wirkt hell und freundlich, gegenüber sahen wir das alte Rathaus der Stadt. Es ging weiter durch verwinkelte Altstadtgassen, ein Viertel das kaum noch bewohnt ist. Es dominieren Geschäfte, Galerien und Boutiquen. Wir verlassen die Altstadt durch den Elefantenturm mit seinem noch heute erhaltenen Fallgitter, er ist Stadttor und Teil der Stadtmauer. Die Terrazza Umberto war leider Baustelle und daher nichts los. Die Aussicht genießen wir dennoch.
Angela führt uns zu einer typischen Trattoria, wo wir uns erstaunlich preiswert Spaghetti munden lassen. Unter den Arkaden der Via Roma gibt es zahlreiche Geschäfte, doch dafür reicht die Zeit leider nicht mehr. Der Bus wartet.Wir wollten noch den „Teufelsattel“ erwandern. Dieser Hügel teilt die Bucht von Cagliari in zwei große Einbuchtungen und verspricht eine tolle Aussicht. Die Sonne sticht vom Himmel, der fantastische Ausblick von oben muss verdient werden! Eine Stunde leichter Anstieg durch grüne Büsche und mit einigen Irrwegen erreichten wir schließlich alle die Aussichtsplattform. Che bello!!

Tag 9 – 01.06. Panoramafahrt zur Zuckerhutküste und Insel San’t Antioco

Eine grandiose Landschaft erwartet uns zum Abschluss der Reise an der Südwestküste. Traumhafte Panoramaausblicke begleiteten uns den ganzen Tag. Wir sahen, dass der sardische Zuckerhut eigentlich ein Zuckerwürfel ist, doch die Lage im Meer vor der Küste erinnert doch ein ganz klein wenig an den Zuckerhut in Rio de Janeiro.
Wir lernten etwas über den früheren Bergbau in dieser Region und besuchten schließlich die Insel San’t Antioco. Wir hörten von Kinderopfern und Höhlenwohnungen und stiegen in der Basilika hinab in die Katakomben. An herrlichen Sandstränden vorbei, an einem davon hielten wir auch mal die Füße ins Wasser, erreichten wir abends wieder unser Hotel.

Tag 10 – 02.06. Abreise

Randvoll mit unvergesslichen Eindrücken geht es am nächsten Morgen zum Flughafen in Cagliari und wir starteten die Heimreise nach Berlin/Tegel.
Herzlichen Dank an alle Reisegäste, ich wünsche Ihnen weiterhin viel Unternehmungsgeist, viele tolle Erlebnisse und vor allem beste Gesundheit, da ohne diese bekanntlich alles nichts ist.

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